
Der Begriff „Psychodynamische Psychotherapie“ umfasst zwei Therapieformen, die in Deutschland als kassenärztliche Leistung anerkannt sind: Die Analytische Psychotherapie und die Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.
Beide haben gemein, dass die Enstehung von psychischen Erkrankungen im Unbewussten zu suchen ist.
Analytische Psychotherapie (AP) (oft synonym mit Psychoanalyse): Meist findet diese Behandlung 2 – 3 mal pro Woche statt; manchmal im Sitzen, manchmal im Liegen. Die Behandlungsdauer kann bis zu 5 Jahren gehen. Bei chronischen Zuständen, z.B. existiert die depressive Verstimmung seit der frühen Kindheit, bedarf es diese lange Zeitspanne um eine passende Behandlung zu ermöglichen. Die Idee ist eine Veränderung der Persönlichkeit.
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie (TP): Meist findet diese Behandlung 1 mal pro Woche im Sitzen statt. Die Behandlungsdauer kann bis zu 2,5 Jahre betragen. Diese Therapieform wird bei weniger chronischen Verläufen gewählt, z.B. haben sich aufgrund des Umzugs in eine neue Stadt depressive Symptome entwickelt.
Voraussetzung beider Verfahren ist eine grundsätzliche Neugier an eigenen psychischen Prozessen und der Erforschung dieser. Wenn man sich durch eine Therapie eher konkrete Handlungspläne für die Symptome erhofft, wären diese Verfahren nicht geeignet. Da wäre es ggf. sinnvoller eine Verhaltenstherapie zu suchen.
Ich persönlich orientiere mich in meiner Arbeit, egal ob TP oder AP an modernen, empirischen, psychodynamischen Konzepten wie z.B. der Intersubjektivitätstheorie bzw. Relationalen Theorie, der Mentalisierungstheorie, der Bindungstheorie und der Säuglingsforschung.